Curation: Schwarzmarkt (2015)

Vom Schwarzmarkt eingeladen einen Film zur Auftaktveranstaltung des zweijährigen Projekts zu kuratieren war uns klar: Wir brauchen Week End (1967), wir brauchen Godard. Der Film ist eine endlose Autofahrt, eine ohrenbetäubende Odyssee zu Antoine de Saint-just, Alice im Wunderland und Emily Bronte. Corinne und Roland kommen nie ans Ziel, der Plot verliert sich völlig aus den Augen und am Ende verspeist Corinne ihren Ehemann: Week End als Metapher für Planungsstrategien im Komplex der Organisation.
Form und Kontext von Week End stehen zwischen Godards frühen auto-kritischen Spielfilmen und der darauffolgenden kinematographischen Kritik von Gesellschaft seiner Dziga-Vertov-Phase. Formalistischer Film-Film trifft auf hochpolitisierte Agitationsstrategien. Anders gesagt: Kino versucht aktiv an der Produktion von Kollektivität mitzuwirken. Wir wünschen dem Schwarzmarkt alles Gute!